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Vom Zeltlager zur lebendigen Gemeinde: Die Entwicklung des Domiz-Flüchtlingslagers in Dohuk

Die Welt durch Kinderaugen: Leben im Flüchtlingscamp


Duhok/Dumîz Flüchtlingscamp autonome Region Kurdistan/Nord-Irak Oktober 2024

Aufsuchende mobile Versorgung von Patient*innen in Krisenregionen und unterversorgten Gebieten

Door-to-Door-Outreach-Medicine 2019

Bild 1 Pflegeprodukte für bedürftige Kinder - insbesondere Sonnenschutz, Mundhygiene

Bild 2 Pat. mit fortgeschrittenem Speiseröhrenkrebs und unerträglichen Schmerzen - fehlender Zugang zu Palliativversorgung für schwerstkranke Patient*innen 

Bild 3 Frauen im Gespräch über Gesundheit und Beschwerden in einem abgelegenen Dorf - äußern ihre Beschwerden und suchen Unterstützung

Door-to-Door-Outreach 2016-2018

Mobile Arzneimittelversorgung in abgelegenen Almgebieten - Hausbesuche - Individuelle Betreuung älterer Patient*innen vor Ort 

"Ich möchte etwas zurückgeben"

Seit 20 Jahren reist Dr. Hilal Koç, leitende Oberärztin in der Notaufnahme und Frauenbeauftragte am Klinikum Bremen-Ost, in ihrer Urlaubszeit in den abgelegenen Nordosten der Türkei. Dort widmet sie sich der medizinisch-humanitären Versorgung von Menschen in den entlegensten Dörfern – oft fernab von jeglicher Infrastruktur. Angetrieben von dem Wunsch, noch mehr bewirken zu können, hat sie den Verein „HumanityMed (e.V.)“ ins Leben gerufen. Ihr Ziel: Die Hilfsprojekte auf eine neue Ebene zu heben und noch mehr Menschen Hoffnung und Unterstützung zu schenken.

 

„Ich möchte etwas zurückgeben“, sagt Dr. Hilal Koç. Sie sei so dankbar über das Privileg, ein Leben führen zu dürfen, das es ihr ermöglicht, anderen zu helfen – und es sei ihr ein Herzensanliegen, jenen zur Seite zu stehen, die keine Chance auf die Unterstützung haben, die sie selbst erfahren durfte. Ihre Eltern, die aus der Türkei nach Deutschland kamen, legten den Grundstein für ihren Weg. „Ich bin die Tochter klassischer Gastarbeiter“, sagt sie und erinnert sich an die Momente, in denen sie spürte, wie es sich anfühlt, wenig zu haben. Doch trotz aller Widrigkeiten konnte sie ihren Traum verwirklichen und Ärztin werden.

Der tiefe Wunsch zu helfen, prägte schon früh die berufliche Laufbahn von Hilal Koç. Bereits gegen Ende ihres Studiums begann sie eigenständig ihr erstes Hilfsprojekt: Sie sparte Geld, mobilisierte ihre Familie und beschaffte medizinische Ausrüstung sowie dringend benötigte Medikamente. Mit diesen Mitteln reiste sie in den Nordosten der Türkei, um Menschen in abgelegenen Dörfern zu versorgen. Menschen, die unter oft extrem schwierigen Bedingungen leben und im Krankheitsfall nicht sofort einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen können. Ihr Engagement wuchs mit jedem Jahr: Unermüdlich sammelte sie weitere Gelder und gewann die Unterstützung von Pharma- und Kosmetikfirmen, um noch mehr bewirken zu können.

Seit ihrem ersten Einsatz fährt sie in ihren Urlauben regelmäßig von Dorf zu Dorf. Sie misst Blutdruck und Blutzucker, untersucht Herz und Lunge, versorgt Wunden und verteilt Sonnenschutzcremes, Zahnpasta und Hygieneprodukte. Doch vor allem schenkt sie den Menschen noch etwas, das oft fehlt: Zeit, Gehör und Mitgefühl.

 Es sind bewegende Geschichten, die ihr begegnen – von Kindern mit Behinderungen, die im Verborgenen leben. Von Krebskranken, die nicht einmal über einfache Schmerzmittel verfügen. Von älteren Menschen, die trotz größter Not von ihren Familien gepflegt werden. Frauen erzählen ihr leise von Leiden, die sie aus Angst vor Arztbesuchen ertragen. Für viele ist es undenkbar, ohne Hilfe in die oft weit entfernten Städte zu gelangen, wo notwendige Untersuchungen möglich wären. Ohne den Geländewagen, den Hilal Koç vor Ort mietet, wären diese Reisen auch für sie nicht machbar. Hinzu kommen Sprachbarrieren, die viele Dorfbewohner davon abhalten, medizinische Hilfe zu suchen. In diesen Grenzregionen sprechen viele Menschen ausschließlich Kurdisch oder ein sehr gebrochenes Türkisch. „Die Not ist groß“, sagt die 45-Jährige, „und manchmal ist es zum Verzweifeln, wenn man nicht genug helfen kann.“ Doch die Dankbarkeit der Menschen gibt ihr immer wieder neuen Antrieb. Als Ärztin aus Deutschland, die Türkisch und Kurdisch spricht, ist sie in den abgelegenen Regionen, die sie besucht, stets herzlich willkommen. Oft wird sie schon sehnsüchtig erwartet. Ihre Familie nimmt Hilal Koç mit, obwohl die Reisen in politisch instabilen Grenzregionen nicht ungefährlich sind.
 

In diesem Jahr hat Hilal Koç gemeinsam mit acht weiteren Mitstreiterinnen und Mitstreitern den gemeinnützigen Verein „HumanityMed“ (e.V.) gegründet. Ziel des Vereins ist es, die Arbeit der letzten 20 Jahre nicht nur fortzuführen, sondern sie auch auszuweiten. „Unsere medizinisch-humanitäre Hilfe möchten wir künftig nicht mehr nur auf den Nordosten der Türkei beschränken, sondern weltweit Menschen in Not erreichen“, erklärt sie. Neben dieser Mission hat „HumanityMed (e.V.)“ zwei weitere Schwerpunkte: Ein Fokus liegt auf der Arbeit mit Geflüchteten – sowohl in Bremen als auch bundesweit und international. Ein aktuelles Beispiel ist das Flüchtlingslager Dumiz in der autonomen Region Kurdistan im Nordirak, das Hilal Koç im Oktober besucht hat. Hier plant der Verein im kommenden Jahr ein Schulprojekt, um die lokale Schule mit dringend benötigtem Material zu unterstützen und damit den Kindern vor Ort eine bessere Perspektive zu geben. Der dritte Schwerpunkt des gemeinnützigen Vereins liegt auf der Unterstützung von Frauen, die weltweit durch spezifische gesundheitliche, kulturelle, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen benachteiligt werden. „Obwohl es viele Angebote gibt, finde ich, dass Frauen immer noch zu wenig Unterstützung erhalten“, sagt Hilal Koç. „Mit HumanityMed (e.V.) wollen wir Brücken bauen – für eine bessere medizinisch-humanitäre Versorgung, eine stärkere gesellschaftliche Teilhabe für Geflüchtete und eine gerechtere Unterstützung von Frauen.“

Wer sich einbringen oder spenden möchte, kann sich gerne per Mail an humanity_med@outlook.com wenden. 

Quelle Geno-Magazin Kolleginnen&Kollegen 16.12.2024

Schwerkranke Frau mit Lungenentzündung in ihren letzten Tagen

 Einblick in die Herausforderungen bei der Versorgung sterbender Patienten

Wie alles begann – Die Wurzeln unserer Arbeit

Diese Bilder dokumentieren die Anfänge unserer humanitären Arbeit vor über zwei Jahrzehnten. Viele Aufnahmen entstanden noch während der Studienzeit der Gründerin und bewahren bis heute ihre besondere Authentizität.

Der Schutz der Würde und Privatsphäre der abgebildeten Menschen hatte dabei stets höchste Priorität. Bereits damals wurde vor möglichen Veröffentlichungen das Einverständnis der Betroffenen eingeholt. Einzelne Personen wurden zusätzlich anonymisiert.



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